Dale Watson & DogGone
Untermeitingen, 20 Juni 2009
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Dale
Watson, dessen Star-Wert nicht an Chart-Erfolgen, sondern vielmehr an seinem
Kult-Status zu messen ist, war zurück im Four
Corners. Dieser Mann macht süchtig auf unerklärliche Weise. Viele haben noch
nicht mal seinen Namen gehört. Andere vergöttern ihn. Dazwischen dürfte nicht
viel liegen. Ein Phänomen vielleicht, wie man es bei Johnny Cash kannte, der zu Lebzeiten die
Verehrung in Country Music, Punk, Rockabilly, Rock und weit über sämtliche
Sparten hinaus erfuhr, posthum dann leider im Massensumpf ausgeschröpft wurde.
Ich bete, dass Dale Watson eine derartige kommerzielle Vermarktung für die
Ewigkeit erspart bleiben möge und seine Musik niemals so weit abgleitet, dass
sie von Radiostationen rauf und runter gespielt und von mittelmäßigen
Unterhaltungsbands gecovert wird. Sein geradliniger hitzig-verwurzelter
Wie
Dale Watson selbst bestätigt, hat er immer den Pfad verfolgt, der ihn mit
Zufriedenheit erfüllte. Seine Arbeit spiegelt seine Lebensphilosphie.
Wild, unabhängig, animierend. Sich im Tanz bewegende Paare vor der Bühne machen
ihn glücklich. Line Dancer nicht. Tanzen ist für ihn
soziale Kommunikation zwischen zwei Menschen. Alles andere wird lediglich
höflich toleriert, „live and let live“ meint er nur.
Der deutsche Autor Franz Dobler schreibt dazu in seinem Buch „Auf des toten
Mannes Kiste“: „... Line Dancer sind
in
Was
dies betrifft, war die Welt an jenem Abend heil. Wie er sich aber im Verlauf
entwickeln sollte, konnte zu Beginn niemand abschätzen und selbst die
unglaublichsten Vorstellungen und vielleicht Hoffnungen reichen da nicht heran.
„The
Im
Lauf des Nachmittags hatten sich beide Bands kennen gelernt, zunächst natürlich
über Musik gefachsimpelt und dabei unwillkürlich das tiefe Dahinter entdeckt.
Die Episoden und Geschichten, die sie sich erzählten, hatten zu einer Annäherung
geführt, die über den Job hinaus ging und die sie später mit dem Publikum
teilten.
Nach
Dale´s erstem Set mit einen Lonestars
beschloss er, DogGone nach der Pause mit auf die
Bühne zu nehmen, um gemeinsam den Song zu machen, der beide Bands verknüpft – Exit 109. Er übernahm die komplette Koordination des
Umbaus, den Kontrabass wollte er zusätzlich dabei haben sowie je eine zweite Snare Drum und Steel Guitar! Aus
einem geplanten Lied wurde eine Show von weit über 2 Stunden Dauer. Wie auch
zum Schluss finden, wenn sich die totsicheren
Insignien des gegenseitigen Verstehens abzeichnen und am Ende nur noch
Bewunderung steht? Hochgepeitschte Honky Tonk-Stimmung eine verwirrende heiße Mischung, die den
gesamten Raum ergriff. Die Bemühungen der anderen, mit Dale Watson´s
erhöhtem Tequila-Konsum Schritt zu halten, schlugen
eher fehl. Diese edle Art der Unterhaltung obliegt ihm allein, denn nur er
beherrscht es, niemals die Linie zu überschreiten. Diese Nacht hatte keinen
eigentlichen Höhepunkt. Jeder einzelne Ton war eine Explosion, über Stunden
hinweg kompromisslos, elektrisierend bis ins Innerste.
Mit
Abstand betrachtet erscheint es mir, als wäre hier das Rückgrat der Country
Music gefestigt worden. Das klingt jetzt konstruiert, jedoch braucht es
möglicherweise solche Ereignisse, um den Ursprung zu begreifen. Womit nicht
behauptet sei, dass alles Moderne automatisch schlechter ist und irgendwo in
den 60ern hängen bleiben soll. Es ist ja Gott sei Dank so, dass wir auch in
Europa genug Künstler haben, die innerhalb der Grenzen der Country Music
experimentieren und ihre Bereiche abtasten. Eine einheitliche Regelung gibt es
nicht. Dale Watson aber wäre nicht Dale Watson, wenn er von seinem selbst
definierten Ideal abweichen würde. Authentischer geht es nicht.
Bericht:
Bettina Granegger, Fotos: Uwe